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Apr
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Philippinen: Angst nach Bombenattentat auf Kathedrale

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Philippinen: Angst nach Bombenattentat auf Kathedrale

Bischof Martin Jumoad: “Diese Terroranschläge sollen den Christen auf Basilan das Leben schwer machen und sie vertreiben

ISABELA, Philippinen, 20. April 2010 (ZENIT.org/Fides).- Vor einer Woche wurde die Kathedrale von Isabela auf den Philipinnen zu 70 Prozent zerstört und ist nun einsturzgefährdet. “Gott sei Dank kamen bei dem Attentat keine Menschen ums Leben. Heute haben wir den Gottesdienst im Katechesezentrum gefeiert”.

“Die Gläubigen haben Angst: Diese Terroranschläge sollen den Christen auf Basilan das Leben schwer machen und sie vertreiben”, so beschreibt Bischof Martin Jumoad, der die Territorialprälatur Isabela (Hauptstadt der Insel Basilan) im äußersten Süden der Philippinen leitet, die gegenwärtige Lage.

Auf der Insel gab es am 13. April zwei Terroranschläge: eine Bombe explodierte in der Nähe des Regierungssitzes und eine weitere vor der katholischen Kathedrale der statt, die bei dem Attentat schwer beschädigt wurde. Bei einem anschließenden Schusswechsel zwischen den Terroristen und der Polizei kamen 15 Menschen ums Leben.

„Es ist das erste Mal, dass wir so direkt und so heftig angegriffen werden. In der Vergangenheit gab es bisher nur Drohbriefe oder Einschüchterungsversuche. Es gab zwar schon kleinere Attentate, doch dies hier ist etwas anderes. Es hätte eine Tragödie werden können. Ich fürchte nun ernsthaft um mein Leben und um das meiner Gläubigen. Doch trotzdem bin ich zu den Menschen gegangen, um ihnen Mut zuzusprechen: das ist meine Aufgabe”, so der Bischof weiter.

„Ich habe einen Hirtenbrief vorbereitet, in dem ich die Katholiken darum bitte, Basilan nicht zu verlassen, denn hier sind wir zu Hause; ich fordere sie auf, Ruhe zu bewahren und nicht mit Gewalt zu reagieren, sie sollen für den Frieden beten. Heute gab es eine Lichterprozession im Zeichen des Friedens, die die ganze Stadt erleuchtete. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben”, so der Bischof, der daran erinnert, das auf Basilan 60 Prozent Muslime und 40 Prozent Christen leben.

Der Bischof traf sich unterdessen bereits mit zivilen Autoritäten, „von denen er Unterstützung und Anteilnahme erfuhr”: „Zu den Hauptproblemen”, so der Bischof zu den Gesprächen, „gehört die Verbreitung von Waffen unter der Bevölkerung im ganzen Süden der Philippinen. Die Behörden haben versprochen, dies zu bekämpfen. Außerdem wurde mir versichert, dass die Polizei die Verantwortlichen suchen und den Terrorismus bekämpfen wird, damit die Menschen hier sicher leben können”.

„Wir bitten den Papst und die Weltkirche und alle Hilfswerke um Unterstützung”, so Bischof Jumoad abschließend, „damit wir die Kathedrale wieder aufbauen können, denn sie ist Symbol unserer Gemeinde, ein Ort an dem wir Gott danken und ihn Loben, wo Katechese und Nächstenliebe stattfindet”.

Die gestrigen Attentate sind nach Ansicht von Beobachtern, „terroristische Akte, bei denen verschiedene Faktoren mitspielen: man will in der Zeit vor der Wahl (Mai 2010) Instabilität schaffen; die Christen einschüchtern; und es findet eine Abrechnung zwischen den Milizionären und der philippinischen Marine statt, die seit Jahren im Süden der Philippinen stationiert ist.”

Basilan ist zusammen mit Jolo und Sulu Hauptquartier der Abu Sayyaf-Gruppe, die seit Jahren in der Region ihr Unwesen treibt. Die philippinischen Soldaten, die im Süden des Lands stationiert sind versuchen seit Jahren die Gruppe (die als internationale Terrorgruppe gilt) zu bekämpfen, was bisher jedoch nicht vollständig gelungen ist.


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