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Mar
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Worte des Papstes Angesichts der dunklen Zeit in der katholischen Kirche

Hl. Bonaventura: „In der finsteren Nacht des Kreuzes tritt die ganze Größe der göttliche Liebe zutage; wo die Vernunft nicht mehr sieht, sieht die Liebe”.

Vatikan (Radio Vatikan, 17. Maerz 2010)


Papst Benedikt XVI. : Ein Mystagoge angesichts von Missbrauch und „der finsteren Nacht des Kreuzes”

Doch in der Nacht der Vernunft sieht die Liebe noch – sie sieht, was für die Vernunft unzugänglich bleibt

ROM, 17. März 2010 (ZENIT.org).- Unterm blauen Himmel und der freien Luft auf dem Petersplatz empfing Papst Benedikt XVI. rund 20.000 Pilger und Besucher zur ersten Generalaudienz im Freien. Man merkt dem Pontifex an, wie ihn die Erfahrungen seines Lieblingstheologen, des hl. Bonaventura tief anrühren und bewegen. Die letzten drei Wochen sind es seine Gedanken, die er vertieft: „In der finsteren Nacht des Kreuzes tritt die ganze Größe der göttliche Liebe zutage; wo die Vernunft nicht mehr sieht, sieht die Liebe”. Diese tiefe Überzeugung des heiligen Bonaventura von Bagnoregio ist es, an der sich der Papst Papst Benedikt XVI. auf dem Schiff der Kirche, die gerade durch eine stürmische See manövrieren muss festhalten.

Den englischsprachigen Pilgern kündigte er seinen Brief an die Kirche Irlands offiziell an. „Als ein Zeichen meiner tiefen Besorgnis habe ich einen Pastoralbrief geschrieben, der sich mit dieser schmerzvollen Situation befasst. Ich werde ihn am Hochfest des heiligen Joseph, dem Beschützer der Familien und Patron der ganzen Kirche, unterschreiben und bald danach abschicken. Ich bitte Euch alle, ihn selbst und mit offenem Herzen und im Geist des Glaubens zu lesen. Meine Hoffnung ist, dass er helfen wird im Prozess der Reue, der Heilung und der Erneuerung.

Freude überstrahlt schließlich sein Gesicht, als ihm am Ende der Generalaudienz die Ehrenbürgerschaft der italienischen Stadt Romano Canavese, der Geburtsstadt von Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone verliehen wird.

Beim Aufstieg zu Gott, so der Papst Benedikt XVI. könne man an einen Punkt gelangen, an dem die Vernunft nicht mehr sieht. „Doch in der Nacht der Vernunft sieht die Liebe noch – sie sieht, was für die Vernunft unzugänglich bleibt. Die Liebe geht über die Vernunft hinaus, sie sieht mehr, sie tritt tiefer in das Geheimnis Gottes ein”.

So zu denken, erklärt Benedikt, sei garantiert nicht wider die Vernunft: „Es setzt den Weg der Vernunft voraus, übersteigt ihn jedoch in der Liebe des gekreuzigten Christus.”

Die großen Gestalten, die das Vermögen der Vernunft ausgeschöpft hätten, „in jenem fruchtbaren Dialog zwischen Glauben und Vernunft, der das christliche Mittelalter prägt”, begleiten den Papst Benedikt XVI., sie beide, Bonaventura und Thomas von Aquin, zitiert es in seinen Katechesen immer wieder.

Wie für den Aquinaten das letzte Ziel unseres Verlangens die Schau Gottes sei, so liege für Bonaventura hingegen die letzte Bestimmung des Menschen darin, Gott zu lieben. Für beide sei das Wahre auch das Gute, und das Gute auch das Wahre., erklärte der Papst Benedikt XVI.

Gott zu schauen bedeute, ihn zu lieben, und ihn zu lieben bedeute ebenso, ihn zu schauen. „Es handelt sich um unterschiedliche Akzente einer im Grunde gemeinsamen Sicht”.

Eine Quelle für die Ausarbeitung des Themas des „Primats der Liebe” habe Bonaventura in den Schriften des Pseudo-Dionysius gefunden. Unser ganzes Leben, so der Papst abschließend, sei eine „Wanderschaft, ein Aufstieg zu Gott”. „Mit unseren Kräften allein können wir nicht bis zur Höhe Gottes aufsteigen. Gott selbst muss uns helfen, uns in die Höhe ziehen. Daher ist das Gebet notwendig.” Nur im Gebet ist für Benedikt XVI. , kann der Mensch herausgehoben werden hin zu Gott.

(AR/AS)


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